Inklusion – was ist das eigentlich?

Ein erster Einblick

Sicherlich hast du auch schon einmal den Begriff „Inklusion“ gehört. Inklusion soll es heute in allen Lebensbereichen geben: in der Schule, in Sport- oder anderen Freizeitvereinen. Doch was bedeutet das eigentlich?

Um einen ersten Einblick zu bekommen, schau dir doch einmal den Film "Inklusion. Einfach erklärt" von, Sascha Müller-Jänsch (mj kreativ) an.  

Inklusion – Eine Begriffserklärung

Inklusion bedeutet eigentlich gar nicht viel mehr als alle Menschen mit ihren individuellen Eigenschaften, Besonderheiten und Fähigkeiten, die sie mitbringen, zu schätzen und ihr Potenzial für die Gemeinschaft zu erkennen. Eine eventuelle Behinderung, eine andere Kultur, die Körpergröße oder was auch immer, sollten also kein Hindernis darstellen, wenn es darum geht alle Menschen an unserer Gesellschaft teilhaben zu lassen.

Warum brauchen wir eigentlich Inklusion?

Seit dem Jahr 2009 gilt in Deutschland die UN-Konvention für Behindertenrechte. Besonders wichtig zu wissen ist, dass dort beschlossen wurde, dass jedes Kind – egal ob mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung – am normalen Schulunterricht teilnehmen und nicht davon ausgeschlossen werden darf. Jedes Kind in der Klasse soll nach seinen eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten lernen dürfen.

Und auch Integration wird in die Inklusion miteingeschlossen. Das bedeutet, dass auch Kinder mit einem Migrationshintergrund genauso behandelt werden sollen und die gleichen Schulen besuchen dürfen wie alle anderen Kinder auch. Der Gedanke ist, dass niemand mehr ausgeschlossen werden soll und wir jeden Menschen als einen Teil unserer großen Gemeinschaft betrachten sollten.

Einige Beispiele, warum Inklusion (nicht nur in der Schule) so wichtig ist

Vielleicht kennst du ja solche Situationen, in denen manche Menschen vor Barrieren stehen: auf der Straße gibt es häufig Rollstuhlfahrer, die plötzlich auf ihrem Weg nicht mehr weiterkommen, weil z.B. der Bordstein zu hoch ist oder es nur Treppen und keine Rampen gibt. Dabei sollte es doch kein Problem sein diese Barrieren aufzuheben und zu ändern. Schon kleine Veränderungen an solchen Dingen können helfen jedem Menschen einen Zugang zu gewähren.

Auch in Schulen kann es vorkommen, dass es Kinder mit Beeinträchtigungen gibt, weil sie etwa nicht gut hören, sehen oder sprechen können. Das sollte sie aber doch nicht daran hindern den regulären Unterricht zu besuchen. Im Gegenteil: für viele Probleme gibt es mittlerweile schon Lösungen und Hilfsmittel. Gerade an Schulen können zusätzliche Lehrkräfte oder UnterrichtsbegleiterInnen eine gute Lösung darstellen, von der auch andere Kinder profitieren können. In dem unten angezeigten Videobeitrag kannst du dir anschauen, was Inklusion für Lehrerinnen und Lehrer bedeutet. Denn leider ist Inklusion aufgrund fehlender finanzieller Mittel oder räumlichen Gegebenheiten gar nicht überall direkt umsetzbar.

Screenshot Inklusion

Ebenso haben sich mittlerweile auch die meisten Sportvereine und auch viele andere Vereine Gedanken zu inklusiven Angeboten für Kinder und Jugendliche gemacht. Es gibt z.B. inklusive Fußballmannschaften, Tanzgruppen, Selbstverteidigungskurse für Mädchen mit und ohne Behinderung oder auch Turnangebote. Mit der Zeit werden die Angebote wohl noch wachsen, denn immer mehr Institutionen versuchen ihren Blick dafür zu schärfen und erweitern ihr Angebot.

In Münster gibt es 2 Vereine, die wir euch vorstellen möchten:

Funky e.V., ist ein Verein, zur Förderung der Inklusion im Bereich Tanz und Bewegung. Menschen mit und ohne Behinderungen können so mit viel Spaß gemeinsam Tanzen, Choreografien entwickeln und Musik erleben. 2015 gab es den größten inklusiven Flashmob in Deutschland.

Weitere Informationen auf www.funky-ev.de

FSV - Frauen und Mädchen Selbstverteidigung und Sport e.V. Münster: 

Beim FSV sind alle willkommen! Völlig egal, ob ihr dick oder dünn, sportlich seid oder euch unbeweglich fühlt, eine Behinderung habt, jünger oder älter seid, lesbisch, hetero, bi oder sonst wie lebt.

Bei uns steht der Spaß an der Bewegung in der Gruppe im Vordergrund. Das heißt, Sport jenseits von Leistungsdruck: weder schneller noch höher noch weiter, sondern einfach nur schöner.

Alle unsere Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurse richten sich an Mädchen und Frauen mit und ohne Behinderungen. Die Teilnehmerinnen erproben Behauptungsstrategien gegen unerwünschte Anmache und sexuelle Belästigungen ebenso wie gegen unerwünschte Hilfe und Bevormundungen im Alltag. Sie erlernen Selbstverteidigungstechniken, die den individuellen körperlichen Möglichkeiten angepasst sind und bei denen auch mal ein Rollstuhl oder eine Gehhilfe als Verteidigungsmittel eingesetzt wird.

Weitere Informationen: http://www.fsv-muenster.de